Maler · Stand 2.10.2026 · 6 Min. Lesezeit

Wohnung streichen: wann es reicht und was es kostet

Nicht jede Wand braucht mehr als einen frischen Anstrich. Hier siehst du, woran du es erkennst und mit welchen Kosten du rechnen kannst.

Wände und Decken werden mit den Jahren dunkler, fleckiger und müder. Die Frage ist selten, ob gestrichen werden soll. Sie lautet: Reicht ein neuer Anstrich, oder muss zuerst der Untergrund in Ordnung gebracht werden? Davon hängen Aufwand und Preis ab.

Dieser Beitrag hilft dir bei der ersten Einschätzung. Er zeigt, woran du erkennst, was nötig ist, wie oft man in der Praxis streicht und mit welchen Kosten du rechnen kannst.

Auffrischen reicht, wenn

Ein neuer Anstrich genügt, wenn drei Dinge stimmen:

  • Die Farbe bleibt gleich.
  • Es gibt keine Risse.
  • Der Untergrund ist sauber.

Jede Bedingung hat einen Grund. Bleibt die Farbe gleich oder ähnlich, musst du keinen dunklen Ton überdecken. Gibt es keine Risse, kommen sie nach dem Überstreichen auch nicht wieder. Ist der Untergrund sauber, haftet der neue Anstrich, und nichts schlägt durch.

Dann geht es um die Arbeit, auf die es beim Streichen ankommt: sauber abkleben, grundieren, zweimal streichen und zum Schluss das Band abziehen. In der Zeichnung siehst du die Reihenfolge. Die saubere Kante ist die Arbeit.

Die Schritte im Einzelnen:

  1. Abkleben der Kanten, zum Beispiel am Türrahmen.
  2. Grundierung.
  3. Erster Anstrich.
  4. Zweiter Anstrich.
  5. Zum Schluss kommt das Band weg, und die Kante bleibt scharf.

Der letzte Schritt entscheidet, wie das Ergebnis wirkt. Eine ruhige Fläche mit einer geraden Kante sieht nach Sorgfalt aus, auch bei einer einfachen Wand.

Mehr ist nötig bei

Ohne Vorarbeit lohnt sich ein neuer Anstrich nicht, wenn eines dieser Dinge vorliegt:

  • Risse
  • Flecken
  • Nikotin
  • abblätternde Farbe
  • alte Tapete
  • ein Wechsel von dunkel zu hell

Ein verbreiteter Satz lautet: «Eine weisse Wand überstreicht man einfach.» Er stimmt nur, wenn die Wand in Ordnung ist. Flecken, Nikotin und Risse müssen zuerst behandelt werden, sonst schlagen sie durch die neue Farbe.

Woran du es selbst siehst: Die Farbe ist verblasst, vergilbt oder fleckig. Beim Abwischen färbt die Wand ab. Es gibt Risse oder Abplatzer, oder die Tapete löst sich. Dann ist es sinnvoll, vor dem Streichen genauer hinzuschauen.

Bei Rissen kommt es darauf an, warum sie entstanden sind. Davon hängt ab, wie sie behandelt werden. Das klären wir bei der Besichtigung.

Alte Tapete muss vor dem Streichen ab. Das Entfernen von Tapeten gehört zu den Vorarbeiten, und es kostet Zeit. Frag in der Offerte nach, ob es enthalten ist.

Auch der Wechsel von dunkel zu hell braucht mehr als einen Anstrich auf die alte Farbe. Wer den Farbton stark ändern möchte, sollte das früh sagen, damit es in der Offerte steht.

Wie oft man streicht

Wände und Decken streicht man in der Praxis etwa alle 8 bis 12 Jahre, je nach Nutzung. Das ist ein Praxiswert, keine Norm. In einem Zimmer, das stark genutzt wird, kommt der Zeitpunkt früher, in einem wenig genutzten Raum später.

Wer den Rhythmus kennt, wird nicht überrascht. Wenn du dir aufschreibst, wann zuletzt gestrichen wurde, weisst du auch, wann es wieder ansteht. Der Termin muss nicht der Tag sein, an dem dir die Wände nicht mehr gefallen. Du kannst ihn mit anderen Arbeiten im Haus verbinden und so die Kosten über die Jahre verteilen.

Ein Anstrich ist ausserdem kein Notfall. Sobald du Zeichen wie vergilbte Stellen oder abfärbende Wände bemerkst, hast du Zeit, in Ruhe eine Offerte einzuholen und zu vergleichen.

Was ein Zimmer ungefähr kostet

Als Richtwert für ein Zimmer mit rund 15 m² Boden gilt: ca. CHF 800 bis 1’500, inklusive MWST. Für Wände und Decken rechnet der Richtpreis mit zwei Anstrichen:

ArbeitRichtpreis
Wände und Decken streichen, 2 AnstricheCHF 18 bis 35 pro m² Fläche
Zimmer streichen, rund 15 m² Bodenca. CHF 800 bis 1’500

Richtpreise inkl. MWST, ohne Material. Die verbindliche Offerte folgt nach der Besichtigung.

Was genau enthalten ist, steht in der schriftlichen Offerte. Die Richtpreise sind Anhaltspunkte. Drei Dinge verändern sie: der Zustand der Wände, Vorarbeiten wie das Entfernen von Tapeten und die Grösse des Raums. Ein Zimmer mit sauberen Wänden und gleichem Farbton liegt eher am unteren Ende der Spanne. Ein Zimmer mit Rissen, Flecken oder alter Tapete braucht mehr Aufwand.

Wie du die Spanne liest: Der Preis pro Quadratmeter bezieht sich auf die Fläche der Wände und Decken, die gestrichen wird. Der Preis für ein Zimmer ist ein Anhaltspunkt, wenn du schnell wissen möchtest, in welchem Rahmen du dich bewegst. Für deine Wohnung nennt erst die Offerte nach der Besichtigung eine verbindliche Zahl.

Was in der Offerte stehen sollte

Eine gute Offerte macht nachvollziehbar, was du bezahlst. Achte auf diese Punkte:

  • Wie viele Anstriche eingerechnet sind. Der Richtpreis oben rechnet mit zwei Anstrichen.
  • Ob Vorarbeiten wie das Entfernen von Tapeten enthalten sind oder separat aufgeführt werden.
  • Ob das Material im Preis enthalten ist. Der Richtpreis gilt ohne Material.
  • Was abgedeckt wird und was du selbst räumst. Die Möbel müssen von den Wänden weg oder aus dem Raum.
  • Wann die Arbeit beginnt und wie lange sie dauert.

Wenn dir etwas in einer Offerte unklar ist, frag nach. Eine Offerte, die du verstehst, schützt vor Überraschungen bei der Rechnung. Das gilt für unsere Offerten genauso wie für jede andere.

Wie lange die Arbeit dauert, hängt von Fläche, Zustand der Wände und Vorarbeiten wie dem Entfernen von Tapeten ab. Den Zeitplan nennen wir dir in der Offerte.

Muss ich vorher räumen?

Die Möbel müssen von den Wänden weg oder aus dem Raum. Was wir abdecken und was du räumst, klären wir vor dem Termin.

So läuft es bei uns

Du schickst uns ein paar Fotos über das Formular. Wir melden uns in der Regel innert zwei Werktagen per Mail und klären offene Fragen. Je nach Fall schauen wir vorbei und legen dir eine schriftliche Offerte vor. Besichtigung und Offerte sind kostenlos. Alle Arbeiten für Wände und Decken findest du auf der Seite Maler: Wände und Decken streichen.

Kurz zusammengefasst

  • Auffrischen reicht, wenn die Farbe gleich bleibt, es keine Risse gibt und der Untergrund sauber ist.
  • Bei Rissen, Flecken, Nikotin, abblätternder Farbe, alter Tapete oder dem Wechsel von dunkel zu hell braucht es Vorarbeit.
  • In der Praxis streicht man Wände und Decken etwa alle 8 bis 12 Jahre.
  • Für ein Zimmer mit rund 15 m² Boden gilt als Richtpreis ca. CHF 800 bis 1’500, inklusive MWST.

Stand 2.10.2026. Praxiswerte und Richtpreise sind Anhaltspunkte, keine Norm und keine Offerte.

Anfrage stellen